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Dem Konzept der Förderdiagnostik liegt die kritsch-rationalistische Erkenntnistheorie zugrunde, wie sie von Karl Popper begründet wurde. Daher gehört zur Förderdiagnostik ein Kreislauf aus Hypothesen, Überprüfung bzw. Widerlegungsversuch, Förderung und erneuten Hypothesen.-
Ein Beispiel: Eltern kommen mit der Hypothese (Annahme) in die Beratung, ihr Kind sei Legastheniker. Das Testergebnis zeigt, dass dies nicht der Fall ist (Überprüfung); die Auswertung ergibt, dass das Kind aber schlechter schreibt als 25 von 100 Kindern und besonders viele Fehler im Bereich der Auslautverhärtung macht. Unter Berücksichtigung von Unterricht, Lernerziehung und Konzentration wird ein Förderplan erstellt und umgesetzt (Förderung). Zum Förderplan gehörte die Hypothese, dass das Kind sich mit Hilfe der geplanten Übungen nach drei Monaten sichtbar verbessern würde. Um das sicherzustellen, werden alle durchgeführten Übungen im Plan notiert, dazu die benötigte Zeit und die Fehlerzahlen. Wenn innerhalb von sechs Wochen keine eindeutige Leistungssteigerung (d.h. das Kind arbeitet schneller und/oder macht weniger Fehler) erkennbar ist, wird sofort eingegriffen und die Ursachen hierfür werden untersucht, z.B. durch ein Gespräch oder durch eine videounterstützte Auswertung der Übungssituation. Nach der vereinbarten Zeit, z.B. den drei Monaten, wird die Verbesserungs-Hypothese durch einen erneuten Test überprüft. Wenn die Eltern sich an die Anweisungen gehalten haben, hat sich das Kind nun bspw. so verbessert, dass es besser als 40 von 100 Kindern schreibt.
Unterstützende Pläne verwende ich nicht als token- bzw. Belohnungssystem, denn nach dem neuesten psychologischen Forschungsstand sind solche Klebesternchen- oder Gummibärchenpläne weniger effizient als gar keine Belohnung und als überraschende große Belohnungen, besser gesagt: Freudenfeste. Das deckt sich mit der pädagogischen Sichtweise: Es ist immer schlechter, etwas nur als Mittel zum Zweck zu tun (z.B. um ein Gummibärchen zu bekommen), als es aus Pflichtbewusstsein zu tun. Und es macht ein Kind glücklicher, wenn man seinen Erfolg nicht belohnt, sondern feiert, und es nicht durch Konditionierung an ein materialistisches Anspruchsdenken gewöhnt.
Lernpläne können für viele verschiedene Zwecke erstellt werden. Grob lassen sie sich in drei Arten e inteilen:
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Individuelle Förderpläne, mit deren Hilfe der festgestellte Lernbedarf ganz gezielt gedeckt wird: Grundlage hierfür sind die Ergebnisse aus Fehleranalyse und/oder Testverfahren. Wenn ich bei einem Kind z.B. feststelle, dass es gegen drei wichtige Rechtschreibregeln am häufigsten verstößt, wähle ich passende Übungen aus, dosiere sie in dem Kind angemessener Weise und liefere der Familie den Lernplan samt komplettem Übungsmaterial für vier Wochen. Um die Überprüfung sicherzustellen, enthält der Lernplan für jeden Tag Felder, in denen die benötigte Arbeitszeit und die Fehlerzahl notiert wird. Diese Daten werden vom Kind selbst zur Motivierung ausgewertet, damit es seine Verbesserung sieht. Außerdem kontrolliere ich sie, um rechtzeitig Alarm geben zu können, wenn die der Lernfortschritt stagniert. Ich verwende nur nach wissenschaftlichen Kriterien geprüftes, motivierendes und effizientes Übungsmaterial.
- Individuelle Pläne zur Stofforganisation: Viele Schüler haben spätestens ab der fünften Klasse Probleme damit, sich in organisierter und geplanter Weise auf Schularbeiten vorzubereiten. Auf der weiterführenden Schule muss man komplex und geschickt planen, um bei der Vielzahl der Fächer nirgends aus dem Tritt zu kommen und vor Prüfungen nicht in Stress zu geraten. Das Lernen "auf den letzten Drücker" möchte man gerne vermeiden, und Erholungsphasen müssen eingeplant werden, damit man sie richtig zur Entspannung nutzen kann. Ich erstelle mit Kindern und Jugendlichen von weiterführenden Schulen (bzw. mit Übertrittskandidaten) einen Lernplan, in dem die Prüfungsvorbereitung in kleine, überschaubare Portionen zerlegt wird. Vor den Prüfungen werden Puffertage zur Sicherheit eingebaut, und auch die Zeiten für Erholung werden berücksichtigt. Die Schüler lernen im Lauf der Zeit, diesen Plan selbständig zu erstellen und ihre Lernorganisation selbst in die Hand zu nehmen. Je nach Lernerziehung und Selbstdisziplin ist es in unterschiedlichem Ausmaß notwendig, dass Erwachsene bei der umsichtigen Planung helfen und die Umsetzung kontrollieren.
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Spezielle Pläne z.B. zur Leseförderung oder zum Gewohnheitsaufbau: Es gibt außerdem Pläne, mit deren Hilfe bestimmte Einzelprobleme besser gelöst werden können. So kann man mit einem Leseplan gezielt die Lesegeschwindigkeit und Aufmerksamkeit beim Lesen steigern. Auf Wunsch empfehle ich Ihnen auch geeignete Kinder- und Jugendbücher für diese Phase. Pläne können auch als Gedächtnisstütze und Selbstkontrolle helfen, eine neue Gewohnheit aufzubauen, vom morgendlichen Zähneputzen bis zum selbständigen Packen der Schultasche oder der regelmäßigen Wiederholung von Vokabeln.
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