| Förderdiagnostik |
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Förderdiagnostik bedeutet, psychologische Testverfahren wie Intelligenztests, Schulleistungstests, Lesetests, Rechentests etc. unter pädagogischen Vorzeichen und im Hinblick auf die weitere Förderung anzuwenden, um aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf den optimalen weiteren Lernweg zu ziehen. Die Testverfahren sind die gleichen, die auch beim Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie eingesetzt werden - aber sie werden unter anderem Blickwinkel angewandt. Testverfahren sind keine Wundermittel, aber sie helfen, ein Kind nüchtern und fair einzuschätzen. So tragen sie dazu bei, Über- und Unterforderung zu vermeiden, Anforderungen richtig zu dosieren und gezielt Hilfestellung zu leisten.
Eltern wollen aber meist nicht nur wissen, ob ihr Kind die statistischen Kriterien für irgendeine Störung erfüllt. Sie fragen sich: Wieviel kann man fairerweise von einem Kind erwarten? Kann es nicht oder will es nicht, wenn es unerwartet schlechte Leistungen erbringt? Wo liegen seine Stärken und seine Schwächen? Was genau muss es üben, um sich zu verbessern? Was könnte man an den Rahmenbedingungen ändern, damit das Kind seine Leistungsfähigkeit ausschöpfen kann? Solche Antworten erfordern neben der klassischen, quantitativen Testanwendung zwei andere Möglichkeiten, die äußerst wertvolle Informationen liefern: Die förderdiagnostische Durchführung und die qualitative Auswertung.
Beim „klassischen“ Testen ist bis ins kleinste Detail vorgegeben, was der Tester sagen darf, die Erläuterungen zu den Testaufgaben z.B. sind abgelesen oder auswendiggelernt, andere Hilfestellungen dürfen nicht gegeben werden. Das soll sicherstellen, dass die Tests ohne verzerrende Hilfestellung durchgeführt werden; sonst würden sie ihre Objektivität verlieren. Das ist auch berechtigt, da das Ergebnis in klassifizierungsdiagnostischer Hinsicht an Aussagekraft verlöre. Niemand hat etwas davon, wenn ein Kind mit einem hohen IQ aus einem Test hervorgeht, weil der Tester ihm quasi vorgesagt hat. Bei der förderdiagnostischen Durchführung notiere ich einerseits die streng klassisch bewerteten Antworten und vergebe den Regeln gemäß 0 Punkte, wenn ein Kind nicht mit der erlaubten Hilfestellung (z.B. "Kannst du mir das näher erklären?") oder in der vorgegebenen Zeit (z.B. 30 Sekunden) auf das richtige Ergebnis kommt. Dann aber bekommt das Kind Gelegenheit, durch andere Hilfestellungen oder mehr Zeit doch noch zur richtigen Lösung zu gelangen. Die so erzielten Punkte werden gesondert notiert. Der Test wird zweifach ausgewertet: Die strenge klassische Auswertung zeigt, wieviel das Kind unter sehr nüchterner Betrachtung und bei angemessenem Druck zu leisten vermag. Die förderdiagnostische Auswertung zeigt Ihnen, wieviel das Kind darüber hinaus leisten kann, wenn es mehr Zeit für die Antworten bekommt, wenn man es nach einer offenbar vorschnellen Antwort zum gründlichen Überlegen bringt oder wenn man ihm hilft, sich das Ergebnis zu erarbeiten. Manchmal ist dieser Unterschied sehr groß, v.a. wenn ein Kind unzureichende Arbeitsgewohnheiten hat, zu wenig unter Zeitdruck zu arbeiten gewöhnt ist etc. Manchmal ist der Unterschied auch klein. Dann hat das Kind bereits in der klassischen Durchführung sein Bestes gegeben und seine wahre Leistungsfähigkeit gezeigt. In beiden Fällen gewinnen wir eine ganz wichtige Information, nämlich grob gesagt die Antwort auf die Frage "Kann es nicht oder will es nicht?".
Ich hatte das Glück, den Studienbereich "Heilpädagogische Psychologie" bei Prof. Erwin Breitenbach, dem deutschen Experten für Förderdiagnostik, zu absolvieren. Daher bin ich besonders dafür ausgebildet, aus Testergebnissen Rückschlüsse auf schlechte Lernbedingungen und auf nötige Verbesserungen daheim, in der Schule, im Kindergarten etc. zu ziehen. Viele Tests bieten die Möglichkeit, Probleme nicht nur festzustellen, sondern deren Ursachen zu untersuchen. Man erkennt z.B. aus einem Testergebnis, dass bei einem Kind 90% der Rechtschreibfehler aus Verstößen gegen die Regel der Konsonantenverdoppelung entstehen („Panen“ statt „Pannen“). Damit liegt schon fast auf der Hand, wo die Förderung ansetzen muss und kann. Sie und das Kind gehen so mit einer eindeutigen Perspektive aus der Testung heraus - ganz anders, als wenn Sie aus einer Praxis bloß das Stigma „Legastheniker“ mitnehmen. Ich klassifiziere Ihr Kind nicht einfach, Sie gehen nicht bloß mit einem „Label“ nach Hause. Sondern auf Basis der Testergebnisse erhalten Sie einen Förderplan (s. dort) und auf Wunsch jede einzelne darin enthaltene Übung für zu Hause als Arbeitsvorlage. Sie bekommen alle nötige Unterstützung, um in den kommenden Monaten das aufzubauen, was Ihrem Kind fehlt. Es gehört für mich dazu, Ihnen eine leicht verständliche und ausführliche schriftliche Testinterpretation zu liefern und nicht eine halbe Seite mit Größen und Zahlen, die man als Nicht-Psychiater gar nicht verstehen kann. Ich halte sehr wenig davon, Eltern mit einem Krankenkassen-Code ("Bei Ihrem pubertierenden Teenager wurde F91.3, Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten diagnostiziert."), einem "T-Wert" oder einem "PR" alleine zu lassen. Wenn Sie möchten, schicke ich Ihnen per Mail gerne ein Beispielgutachten. Auf Wunsch erhalten Sie außerdem einen Mitschnitt der Testdurchführung auf DVD. Das hat den Vorteil, dass Sie - ohne Ihr Kind abzulenken - hinterher genau sehen können, was es beim Test gemacht hat. Und ich kann Sie im Zweifelsfall fragen, ob Ihr Kind sich beim Test so ungewöhnlich verhalten hat, dass wir mit einem verfälschten Testergebnis rechnen müssen. Denn um ein Kind zu verstehen braucht es mehr als nur die routinierte Testdurchführung. |
Fragebögen
Sie können mir die folgenden Fragebögen ausgefüllt zusenden, damit ich wichtige Informationen bereits vor unserem ersten Beratungstermin kenne und mich gezielt vorbereiten kann. So sparen Sie Zeit und Geld.
Der Eingangsfragebogen geht hauptsächlich auf "Äußerliches" wie die bisherigen besuchten Bildungseinrichtungen, Diagnosen, Krankheiten ein.
Der Fragebogen Bisherige Lernerziehung geht ins Detail und enthält für Sie ausführliche Erläuterungen, mit deren Hilfe Sie einen ersten Überblick über den Nacherziehungsbedarf in verschiedenen Bereichen gewinnen können.
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Um einen Termin zu vereinbaren, wenden Sie sich per Email oder Telefon an mich:
Dr. phil. Miriam Stiehlerinfo@wissenschaffer.de
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In der Psychiatrie betreibt man in aller Regel sogenannte „Klassifikationsdiagnostik“: Das Testverfahren wird benutzt, um ein Kind z.B. als durchschnittlich intelligent, hochbegabt oder lern- bzw. geistig behindert zu klassifizieren, oder um einen Schüler als „Legastheniker”, „LRS-Kind“ oder „normalen“ Schüler einzuordnen. Das ist möglich und in gewisser Hinsicht nötig, weil all diese Kategorien auf Testergebnissen beruhen: Wer in einem standardisierten Test z.B. schlechter abschneidet als durchschnittlich 16 von 100 Kindern, gilt in Deutschland als „LRS-Kind“; wer schlechter abschneidet als 4 von 100 Kindern, gilt als Legastheniker. Diese Einordnung nehme ich auch vor, Sie verpassen bei mir nichts gegenüber einem Besuch beim Kinder- und Jugendpsychiater. Aber mit einer solchen Klassifizierungsdiagnostik ist noch überhaupt nichts darüber gesagt, welche Fehler das Kind macht, warum es sie macht - geschweige denn, wie man ihm am besten helfen könnte. Und weil ein Psychiater oder Psychologe selbst nicht unterrichtet und in aller Regel keine umfassenden didaktischen Kenntnisse besitzt, kann er diese Fragen beim besten Willen nicht beantworten. Für das Kind aber sind diese Fragen entscheidend und nicht die Frage, ob es schlechter als 14, 15 oder 16 von 100 Kindern abschneidet (und im letzten Fall gar nicht als „LRS-Kind“ gilt - hat es deswegen aber keine Probleme?). Wie gesagt, Ihnen entgeht dieses Testergebnis nicht, wenn ich ein Kind teste.