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Das Fachbuch:Konzentrationserziehung statt ADHS-Therapie. Ein Modell nach Paul Moor.Eine Neubearbeitung dieses inzwischen leider vergriffenen Buches ist für 2011 in Vorbereitung, da das Interesse gerade bei jüngeren Akademikern sehr groß ist und die Ideen dieser Arbeit auf sehr fruchtbaren Boden zu fallen scheinen. Bisher haben sich bei mir vier StudentInnen gemeldet, die auf Basis meines hier vertretenen Ansatzes ihre Magister- oder Diplomarbeit geschrieben haben, sowie drei Doktoranden, die auf dieser Grundlage an ihrer eigenen Promotion arbeiten. Mein Ansatz in der hier vorgestellten Form ist mittlerweile Lehrstoff in der pädagogischen Ausbildung, z.B. an der Universität Augsburg, und stellt gerade auch als erklärungsmächtige Alternative zu psychoanalytischen Erklärungsmodellen einen wichtigen Beitrag in der Fachdiskussion dar, wie sich z.B. auf der Fachtagung "Erregte Kinder - erregte Zeiten" der HU Berlin erneut gezeigt hat. Zum BuchPaul Moor hat schon vor Jahrzehnten all jene Verhaltensweisen unkonzentrierter Kinder pädagogisch erklärt, die heute als „Krankheitssymptome“ von AD(H)S dargestellt werden. Medizinisches Eingreifen trägt kaum etwas zum individuellen Verstehen bei und kann bestenfalls für die Dauer der Medikamentenwirkung künstlich Aufmerksamkeit erzeugen. Hingegen kann man auf Basis von Moors Heilpädagogik die Ursachen der Unkonzentriertheit erfassen. Echte Konzentration kann durch Arbeit an ungelösten Erziehungsaufgaben nachhaltig aufgebaut werden. Die Gegenüberstellung der relevanten medizinischen und pädagogischen Grundannahmen zeigt zugleich deren Unvereinbarkeit. Jeder Erzieher unkonzentrierter Kinder muss sich zwischen dem Glauben an Krankheit und dem Glauben an Erziehbarkeit entscheiden. Die Selbstaufgabe der Pädagogik hat zur Medikalisierung schwieriger Verhaltensweisen beigetragen – eine Rückbesinnung auf erklärungsmächtige erziehungswissenschaftliche Modelle ist im Interesse der betroffenen Kinder überfällig. Hier finden Sie kostenlos das Inhaltsverzeichnis zum Download. Bei Fragen nach Restexemplaren oder Auszügen zur wissenschaftlichen Verwendung kontaktieren Sie mich bitte. ISBN: 978-3-7815-1555-0 Seiten: 323 Verlag: Klinkhardt Forschung Rezensionen zu "Konzentrationserziehung statt AD(H)S-TherapieJens Walter empfiehlt dieses Buch auf der Seite lehrerbibliothek.deDie Arbeit ... nimmt dezidiert Stellung gegen die Medikalisierung und Medizinierung der angeblichen "Krankheitssymptome" von AD(H)S. Eindeutig bringt sie die Alternative auf den Punkt: "Jeder Erzieher unkonzentrierter Kinder muss sich zwischen dem Glauben an Krankheit und dem Glauben an Erziehbarkeit entscheiden." Dieses klare Votum scheint nützlich angesichts des Eindrucks, dass Eltern, Erzieher und Ärzte allzu schnell und allzu bereitwillig auf die medikamentöse Behandlung setzen; dahinter mögen nicht nur Wirtschaftsinteressen der Pharma-Industrie stehen, - es ist immer auch einfacher Pillen zu geben als nachhaltige Erziehung zu praktizieren ... Fazit: Ein wichtiger Weckruf in die AD(H)S-Debatte hinein! Dr. Lothar Unzner (Interdisziplinäre Frühförderstelle, Steinhöring) schreibt:„...Die Medikalisierung bedingt große Risiken für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Nach Ansicht der Autorin ist die Aussicht gering, dass Kinder während der Medikation angemessene Erziehung erhalten, schließlich gleicht das Ergebnis oberflächlich betrachtet einer Konzentrationserziehung. Die pharmakologische Steuerung der Antriebe steht aber zum Beispiel im Widerspruch zur Befriedung der Antriebe durch Gewöhnung. Bei Medikation nimmt der Erzieher seine Aufgabe nicht wahr, er kann sie auch nicht wahrnehmen, da die Antriebe künstlich unterdrückt werden. Es wird betont, dass Kinder "ein Kinderleben lang" fordern, nicht nur AD(H)S-Kinder; Erziehung darf nicht als lästige Pflicht verstanden werden. ... Deshalb fordert sie zu Recht, dass bei vorliegenden Konzentrationsschwierigkeiten zunächst alle erzieherischen Verstehens- und Veränderungsmöglichkeiten genutzt werden sollen. ... Es ist ein Verdienst von Miriam Stiehler, die Diskussion um AD(H)S mit diesem radikal verstehenden pädagogischen Ansatz zu bereichern. Die Paul Moor eigene Diktion ist gewöhnungsbedürftig, vermittelt jedoch eine klare Wertorientierung. ... Der vorgestellte Ansatz erfordert große Bereitschaft der Eltern, nicht den vermeintlich leichteren Weg zu gehen, sondern ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen und zu verändern. Die Eltern tragen eine große Verantwortung; sie haben aber auch großes Veränderungspotential.“ |
