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Der Elternratgeber zur Konzentrationserziehung für Kinder mit und ohne "ADHS"-Diagnose:ADHS - Erziehen statt behandelnUnkonzentriertheit und Impulsivität lassen sich als Krankheit mit dem Namen »AD(H)S« beschreiben. Aber warum sich ein Kind so verhält, das kann man nur aus pädagogischer Sicht verstehen. Medikamente verlieren ihre Wirkung beim Absetzen – Erziehung kann eine dauerhafte Veränderung bewirken. Nicht von ungefähr hat sich inzwischen erwiesen, dass sich auch mit Methylphenidat (Ritalin etc.) behandelte Kinder nach spätestens drei Jahren Behandlung wieder genauso verhalten wie Kinder ohne Medikation. Das ist nur logisch, weil während einer Behandlung die zugrunde liegenden Erziehungsaufgaben i.d.R. ungelöst bleiben. Wer einen anderen Weg einschlagen möchte, findet hier einen praktischen Leitfaden. Mit Hilfe dieses Buches können Erziehende ein Profil ihres Kindes erstellen und herausfinden, welche Erziehungsaufgaben in den Bereichen Wille, Können und Gefühl noch ungelöst sind und daher zur »AD(H)S«-Symptomatik führen. Sie lernen, bei ihrem Kind das Fehlende aufzubauen, anstatt den vermeintlichen Fehler mehr oder weniger erfolglos zu therapieren. ISBN: 978-3-525-31538-5 Seiten: 200, kartoniert Verlag: Vandenhoek & Ruprecht Rezensionen zu "Erziehen statt behandeln"Dr. Willi Gründgens (Pädagogisches Zentrum des Landes Rheinland-Pfalz) schreibt:(...) Das Buch stellt einen Widerpart dar gegen die Fülle der medizinisch-therapeutische Ratgeberliteratur bei „AD(H)S“. Insofern ist es ein äußerst wichtiges Buch für die (Sonder-)Pädagogen, denn die Autorin (...) antwortet auf so genannte `AD(H)S-Symptome´ erzieherisch. Miriam Stiehler schreibt: “Praktisch alle Verhaltensweisen, die aus medizinischer Sicht als “Symptome“ für `AD(H)S´ interpretiert werden, kann man auch erzieherisch erklären“ – und sie daher mittels erzieherischer Maßnahmen angehen. In einem hohen Maße lesenswert ist das Buch zudem noch aus einem anderen Grunde: Die Autorin scheut in ihrem klaren Sprachduktus nicht davor zurück, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und gegen politisch korrekte Klischees von Pädagogen anzugehen". Dialog Erziehungshilfe, Ausgabe 4/2007:Im Streit zwischen neurowissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Erklärungen abweichenden Verhaltens stellt Miriam Stiehler der medikamentösen Behandlung sogenannter AD(H)S-Kinder die Erziehung entgegen. Unter der Prämisse „erst verstehen, dann erziehen“ plädiert sie dafür, zunächst die individuellen Gründe eines Kindes herauszufinden, aus denen dieses unkonzentriert oder gelangweilt ist. Damit wendet sich die Leiterin einer Beratungsstelle gegen die mit der AD(H)S-Diagnose implizierte Fehlerzuweisung an das Kind als „Krankheitsträger“ und fordert stattdessen, eigene Erziehungsdefizite zu erkennen und entsprechende Kompetenzen zu entwickeln. Frank Lobek schreibt im ekz Informationsdienst, ID 3/08:Das Buch gibt vielfältige, praktisch nachvollziehbare Erziehungs- und Lernhilfen. Ausgehend von den emotionalen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, insbesondere aber von wissenschaftlichen, etwa lernpsychologischen Erkenntnissen, nimmt die Autorin, selbst Lehrerin, Eltern, Erzieher und Lehrer in die Pflicht, erwünschtes Verhalten durch entsprechend geeignete Maßnahmen und eigenes Handeln zu fördern. Dieser aktive Ansatz ist aufwendig, führt aber eher zum Erfolg, als das „Abstempeln“ unerwünschter Verhaltensweisen als Krankheit, z.B. AD(H)S und die daraus resultierende eigene Ohnmacht, ja Opferhaltung und Passivität. Einiger „Aberglauben“ über AD(H)S wird widerlegt, vor Medikamenten und fragwürdigen Behandlungen gewarnt. Der Text ist flüssig, gut aufgebaut und leicht verständlich. Lebensnahe Beispiele stützen die Aussagen, Kontrollfragen zur Selbsteinschätzung erleichtern die Umsetzung. Etwas mehr optische Textgliederung und ein Register könnten den hohen Nutzen des Buches für alle Erziehenden noch steigern. |
