Den roten Faden...
verliert man im Alltag mit Kindern leicht, sei es in Schule, Elternhaus oder Kindergarten. Umso wichtiger ist es, bei Problemen nicht wahllos nach allem zu greifen, was man in der Not zu fassen bekommt: Wenn eine Wundermethode an die andere geknüpft wird und man sich von jeder auf's Neue die Rettung erhofft, entstehen viele verschwendete Schnipsel, aber keine haltgebende Richtschnur. Für echte Probleme gibt es keine Patentrezepte. Deshalb biete ich auch keine an - weder verspreche ich Eltern, ihr Kind nach x Wochen Behandlung generalüberholt daheim abzuliefern, noch sage ich Kollegen, was sie am nächsten Montagmorgen mit "ihrem" schwierigen Schüler anstellen sollen, um endlich Ruhe zu haben. Ich biete Ihnen einen roten Faden, eine klare Orientierung und äußeren Halt, solange bis Sie diesen Faden selbst fest in der Hand halten und weiterverfolgen können. In Beratung und Weiterbildung versetze ich Eltern und Pädagogen in die Lage, drei Grundregeln der Erziehung erfolgreich anzuwenden:
- Erst verstehen, dann erziehen.
Dazu gehört es, Ihre aktuelle Situation zu analysieren, ungelöste und daher belastende Aufgaben zu identifizieren und Ihnen zu erklären, warum Ihr Kind sich so verhält wie es das tut. In Bezug auf das Lernen gehört dazu eine gründliche und wissenschaftlich fundierte Förderdiagnostik bzw. für Lehrkräfte und ErzieherInnen das dazu notwendige Rüstzeug, das Fachwissen, das jenseits diagnostischer Schubladen echtes Verstehen ermöglicht.
- Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende.
Vor 100 Jahren sprach man in der Fachwelt von "Kinderfehlern", wenn man Nägelkauen, Unkonzentriertheit, Trotz, Faulheit uvm. meinte. Die dagegen eingesetzten Mittel waren nicht selten zweifelhaft. Heute haben wir politisch korrekte und durchnummerierte diagnostische Kategorien und für jedes Problem ein Medikament oder eine Therapie zur Hand. Bei aller Modernität ist auch das nicht gerade ideal. Die störungsbezogene Sicht birgt manche zutreffenden Beobachtungen, aber die Frage "Was tut man gegen den Fehler xy...?" führt nur zur Suche nach Rezepten. Viel hilfreicher ist die Frage "Wie müssen wir sein, um bei diesem Kind das ihm Fehlende aufzubauen?". Dazu gehört es, sich dem Fehlenden zu stellen - eine schwierige Aufgabe. Aber diese Perspektive macht von Anfang an geduldiger und hoffnungsvoller, denn wir versuchen z.B. nicht einfach, Unkonzentriertheit wegzutherapieren, sondern wir bauen die guten Gewohnheiten, die Kritikfähigkeit und Begeisterungsfähigkeit auf, die ein Kind braucht, um sich zu konzentrieren.
- Keine Erziehung ohne Selbsterziehung
Wer ein Kind erziehen will, muss zugleich sich selbst erziehen. Das weiß jeder, der einem Kind schoneinmal beibringen wollte, täglich die Zähne zu putzen: Wenn wir vergessen, es zu erinnern, vergisst es auch das Kind. Wenn wir uns nicht bemühen, freundlich-konsequent zu sein, sondern unserer Genervtheit freien Lauf lassen, lernt das Kind nicht, vertrauensvoll und gerne zu gehorchen. Selbsterziehungsaufgaben sind so zahlreich wie Kekskrümel in den Sofaritzen. Dazu gehört, Heilsversprechen von Quacksalbern zu durchschauen; Lernmaterial und Kinderbücher nach fundierten Kritierien auszuwählen und nicht aufgrund der Optik oder Sentimentalität; die Rolle von Gewohnheiten, gutem Willen, Mut, Vertrauen, Begeisterung, Leidenschaft richtig zu beurteilen und Entscheidungen über die Bildungskarriere eines Kindes umsichtig zu treffen. Für Lehrkräfte kommt hinzu, nicht auf Modemethoden hereinzufallen; immer wieder aufs Neue zwischen blinder Routine und wertvoller Erfahrung zu unterscheiden; anstrengende Förderdiagnostik und Führungsarbeit zu leisten, anstatt sich schwierige Schüler durch Diagnosen und Druckmittel vom Hals zu schaffen.
Das nötige Rüstzeug für diese vielfältigen Aufgaben vermittle ich Ihnen in Beratung, Seminaren und Sachbüchern. Ich lade Sie herzlich ein, sich auf den folgenden Seiten näher zu informieren.
Ihre Dr. phil. Miriam Stiehler |